Persönlicher Schwerpunkt

Besonderes Kanzleiprofil

 

Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet des Strafrechts, hier zum einen in dem üblichen Bereich bis zur Rechtskraft eines Urteils, zum anderen aber auch darüber hinaus im von vielen Kollegen leider vernachlässigten Bereich der Strafvollstreckung. Ich beschäftige mich also mit all den Problemen, die nach einer rechtskräftiger Verurteilung folgen.
Besonderes Augenmerk habe ich dem Bereich des Betäubungsmittelstrafrechts gewidmet. Hier ist mein Erfahrungsschatz besonders umfassend, auch hinsichtlich der mit Drogenabhängigkeit häufig einhergehenden Beschaffungskriminalität.
Gerade hier werden bei nicht sachgerechter Verteidigung Probleme geschaffen, die sich später wenn überhaupt nur unter großer Mühe beheben lassen.
Auch hier endet meine Tätigkeit nicht mit Rechtskraft des Urteils, sondern erstreckt sich darüber hinaus auf alle an der Vollstreckung hängende Probleme.
So habe ich massiv praktische Erfahrung im gesamten Komplex sogenannter 35er-Anträge, also Anträgen gemäß §§ 35ff BtmG (Rückstellung von Freiheitsstrafen zu Gunsten von Drogen-Therapien), Gnadenverfahren in Bereichen, in denen solche Anträge aus formellen Gründen nicht möglich sind und ich verfüge über eine Palette von Möglichkeiten zur Behebung von Problemen, die dem Grundsatz “Therapie vor Strafe“ entgegenstehen.
Praktisch bin ich dabei in eine Reihe von Drogenhilfe-Projekten eingebettet, um letztendlich auch bei der Entscheidung für einen “richtigen“ Therapieplatz und Erlangung desselben behilflich zu sein.
Natürlich verteidige ich auch in strafrechtlichen Angelegenheiten, die mit Drogen nichts zu tun haben, unter anderem auch in der breiten Palette der Straßenverkehrsdelikte, wo es häufig um den Erhalt des Führerscheines geht.

In jüngerer Zeit war wohl mein bedeutendster Fall meine Verfassungsbeschwerde zu 2 BvR 571/10: Auf diese – neben drei weiteren Beschwerden anderer KollegenInnen – hat das Bundesverfassungsgericht mit Urteil vom 4. Mai 2011 die Vorschriften über die Sicherheitsverwahrung in Deutschland im wesentlichen für verfassungswidrig erklärt. Dieses Mandat auf Verhinderung der nachträglichen Anordnung der Sicherungsverwahrung habe ich im Jahr 2005 angenommen, durch die Instanzen verloren und erst vor dem Bundesverfassungsgericht einen Sieg erzielt, der zunächst nur vorläufiger Natur war. Das Urteil wurde vom Bundesverfassungsgericht aufgehoben und das Verfahren musste ein zweites Mal durchgeführt werden. Vier Jahre später hat das Verfahren im Sommer 2015 sein Ende gefunden, weil die Staatsanwaltschaft der Vernunft folgend den inzwischen aussichtslos gewordenen Antrag auf nachträgliche Anordnung der Sicherungsverwahrung zurück genommen hat. Zehn Jahre Kampf. Mitunter ist langer Atem erforderlich.